Gesundheit im urbanen Raum

Gesunde Stadt

Im Rahmen von Frankfurt Next Generation gibt es Kooperationsveranstaltungen im Jahresprogramm der Polytechnischen Gesellschaft, die Themen mit Relevanz für die Zukunft behandeln. Insgesamt drei Vorträge zum Thema "Gesunde Stadt" finden in Zusammenarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences statt. Die psychische Gesundheit von Stadtbewohnern, Drogenproblematiken in der Stadt und das allgemeine Wohlbefinden im urbanen Lebensraum werden mit Experten aus dem Gesundheitsgebiet besprochen.

Summer in the City – Leben im urbanen Raum

Mit Privat-Dozent Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt am Main, und Dipl.-Ing. Peter Kreisl, Ltd. Baudirektor, Abteilungsleiter Stadtentwicklung, Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung 

In Zusammenarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences

03. November 2026, 18:00 Uhr,
Frankfurt University of Applied Sciences | Gebäude 10

In Präsenz vor Ort und im Youtube-Livestream. Ohne Anmeldung.
Ohne Reservierung. Wenn alle Plätze vergeben sind, können später
eintreffende Besucher nicht mehr eingelassen werden. Eintritt frei.

Zum Thema

Der Hitzesommer 2026 hat uns vor Augen geführt, was Klimaveränderungen konkret für uns bedeuten. Selbst wenige Wochen tropischer Hitze haben gravierende Auswirkungen auf Körper und Psyche, insbesondere, wenn sie keine Kühlung finden. Frankfurt reagiert darauf mit Hitzewarnungen, öffentlichen Trinkwasserbrunnen und einer Liste kühler Orte. Doch was kurzfristig Entlastung schafft, wird auf Dauer nicht reichen, um den Herausforderungen der Klimaerwärmung zu begegnen. Was ist zu tun, wenn der Sommer nicht mehr wird, wie er früher einmal war? Welche städtebaulichen und gesundheitspolitischen Maßnahmen sind zu ergreifen, um unsere Stadt bei Hitze zu einem möglichst angenehmen Aufenthaltsort zu machen?

Bild: Instamatics (auf iStock)

Die Podiumsgäste

Privat-Dozent Dr. Peter Tinnemann

Peter Tinnemann leitet seit 2021 als Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main. 2022 Habilitation in den Fächern Sozialmedizin und Epidemiologie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin, 2008 Master of Studies in Public Health der University Cambridge, 1999 Doktor der Medizin der Universität Hamburg sowie 1997 Diplom der Tropenmedizin und Medizinische Parasitologie des Bernhard-Nocht-Institut und Approbation durch das Landesprüfungsamt für Heilberufe in Hamburg. Am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité - Universitätsmedizin Berlin forscht und lehrt er seit 2007 zu Bevölkerungsgesundheit in der globalisierten Welt (global health).

Natural High – Eine Stadt ohne Drogen

Mit Dr. Michael Sachse, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalter, Universitätsmedizin Frankfurt

3. Dezember 2026, 18:00 Uhr,
Frankfurt University of Applied Sciences | Gebäude 10

Zum Thema

Wie gelingt es einer Stadt, Jugendliche wirksam vor Sucht und riskantem Konsumverhalten zu schützen? Und welche Rolle spielen dabei Familie, Schule, Freizeitangebote und das soziale Umfeld? Mit dem Icelandic Prevention Model (IPM) hat Island seit den 1990er Jahren einen international beachteten Ansatz entwickelt, der den Konsum von Alkohol, Tabak und anderen Drogen unter Jugendlichen deutlich reduziert hat. Im Mittelpunkt steht nicht die einzelne Maßnahme, sondern die gemeinsame Verantwortung einer Kommune: Politik, Schulen, Eltern, Vereine und weitere Akteure arbeiten auf Grundlage wissenschaftlicher Daten zusammen, um die Lebensbedingungen junger Menschen nachhaltig zu verbessern und Schutzfaktoren gezielt zu stärken. Doch lässt sich ein solches Modell auch auf eine vielfältige Großstadt wie Frankfurt übertragen? Welche Voraussetzungen braucht es, um Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen? Und welche Akteure müssten hierfür zusammenarbeiten?

Die Podiumsgäste

Dr. Michael Sachse

Dr. Michael Sachse, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalter, Universitätsmedizin Frankfurt

One flew over the cuckoo nest - Psychische Gesundheit in der Stadt

Mit Prof. Dr. med. Andreas Reif, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsmedizin Frankfurt, und weiteren Gästen

Gespräch in Zusammenarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences

17. Dezember 2026, 18 Uhr,
Frankfurt University of Applied Sciences | Gebäude 10

Zum Thema

Psychische Gesundheit ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit – und sie wird zunehmend auch zu einer Herausforderung für Städte. Leistungsdruck, Einsamkeit, soziale Ungleichheit, Krisen, Wohnraummangel oder die Auswirkungen des Klimawandels beeinflussen das psychische Wohlbefinden vieler Menschen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Hilfesysteme, soziale Einrichtungen und das Gesundheitswesen. Doch wie geht es den Menschen in einer wachsenden und vielfältigen Stadt wie Frankfurt? Welche Belastungen erleben unterschiedliche Bevölkerungsgruppen? Und welche Rolle können Stadtplanung, Nachbarschaften, Bildungseinrichtungen und soziale Angebote dabei spielen, psychische Gesundheit zu fördern? Die Veranstaltung beleuchtet die besonderen Herausforderungen psychischer Gesundheit im urbanen Raum und bringt Perspektiven aus Wissenschaft, Praxis und sozialen Einrichtungen zusammen. Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich berichten aus ihrem Arbeitsalltag, zeigen aktuelle Entwicklungen auf und diskutieren, welche Unterstützung Menschen heute benötigen und wie eine Stadt dazu beitragen kann, psychische Gesundheit zu stärken. Gemeinsam möchten wir der Frage nachgehen, wie Frankfurt zu einer Stadt werden kann, die nicht nur körperliche, sondern auch psychische Gesundheit fördert – und in der Prävention, Teilhabe und soziale Verbundenheit einen festen Platz haben.

Die Podiumsgäste

Prof. Dr. Andreas Reif

Prof. Dr. Andreas Reif arbeitet insbesondere auf dem Gebiet der Stimmungserkrankungen, wie der bipolaren Störung, der therapieresistenten Depression und der Suizidprävention. Der Fokus seiner Forschung liegt auf der translationalen Psychiatrie und versteht Psychiatrie als angewandte Neurowissenschaft; Ziel seiner Forschungen ist die präzisere Behandlung von psychischen Erkrankungen unter Zuhilfenahme verschiedenster Methoden wie Neuroimaging, digitaler und molekularer Biomarker. Die Passung neuer Therapiemethoden auf den individuellen Patienten steht dabei im Vordergrund.